Rücken: Bandscheibenvorfall

Diagnose / Therapie / Ansprechpartner

Diagnose

Begriffserklärung und Entstehungsursachen

Insgesamt 23 Bandscheiben liegen wie Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule und sollen verhindern, dass sich die einzelnen Wirbel zu nahe kommen. Sie federn Stöße ab, die beim Laufen, Springen oder Heben auf die Wirbelsäule einwirken. Bandscheiben bestehen aus einem weichen Gallertkern, der von einem Ring aus Faserknorpel gehalten wird. Dieser Gallertkern der Bandscheibe kann seine Elastizität verlieren und verrutschen. Die faserige Hülle kann rissig werden und ihre Haltefunktion verlieren. Die Folge: Gallertmasse läuft aus – ein Bandscheibenvorfall tritt auf. Die Mehrzahl aller Bandscheibenvorfälle ist völlig schmerzfrei und bleibt daher unbemerkt. Einige jedoch sind mit erheblichen Schmerzen verbunden bis hin zu Lähmungen oder Taubheitsgefühlen. Die austretende Gallertmasse kann auf umliegende Nerven drücken und extreme, anhaltende Beschwerden verursachen. Die Ursachen für einen Vorfall sind vielfältig: genetische Disposition, einseitige Belastung, Fehlhaltungen, körperliche Überlastungen können einen Bandscheibenvorfall verursachen. Am häufigsten betroffen ist die Lendenwirbelsäule, da sie die höchste statische Belastung trägt. Im Bereich der Halswirbelsäule tritt ein Vorfall seltener auf. In weniger als 3 % aller symptomatischen Vorfälle kommt es zu einem Bandscheibenvorfall an der Brustwirbelsäule.

Symptome und Beschwerden

Ausstrahlende Schmerzen in Beine und/oder Arme sind die häufigsten Symptome eines Bandscheibenvorfalls. Auch können Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen auftreten. In Extremfällen kann es zu einem Querschnittsyndrom kommen, wenn durch den Bandscheibenvorfall im Hals- oder Brustwirbelbereich das Rückenmark geschädigt wurde. Tritt der Vorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, kann dies zu Stuhl- oder Harninkontinenz führen.

Diagnostik

Ob und inwieweit das Rückenmark oder Nervenwurzeln von einem Bandscheibenvorfall betroffen sind, lässt sich diagnostisch nur durch Schichtaufnahmeverfahren mittels Computertomographie und Magnetresonanztomographie klären.

Therapie

Rund 90 % aller Bandscheibenvorfälle lassen sich konservativ ohne Operation behandeln, z.B. durch eine Bewegungstherapie, Physikalische Behandlungen und die Einnahme von Schmerzmitteln.
Bei schweren Lähmungserscheinungen ist meist eine Operation erforderlich. Hier sind Mikrochirurgische Verfahren, also Eingriffe unter Vollnarkose mit einem Operationsmikroskop und kleinsten Spezialinstrumente, mittlerweile Standard. Sie reduzieren das Risiko einer Narbenbildung. Als Alternative kommen bei bestimmten Krankheitskonstellationen minimalinvasive Operationsverfahren zur Anwendung. In manchen Fällen hinterlässt der Bandscheibenvorfall einen großen Defekt im Faserring. Solche Defekte können nicht vom Körper selbst repariert und geheilt werden, das Risiko weitere Bandscheibenvorfälle ist erhöht. In solchen Fällen kann das Schließen diese Lücke durch das Einsetzen einer sogenannten „Barricaid“ Anulus-Prothese ratsam sein um den Defekt des Faserringes zu verschließen. Dadurch kann immer wiederkehrenden Vorfällen vorgebeugt werden. Im Raum Bremen ist die Roland-Klinik bisher die einzige Klinik, die diese Bandscheiben-Operation anbietet.
Direkt nach einer Operation beginnt in der Regel eine Physiotherapie, um dem Patienten wieder zu voller Bewegungsfähigkeit zu verhelfen. Ausstrahlungsschmerzen in die Extremitäten und Taubheitsgefühlte können jedoch länger andauern und in einzelnen Fällen anhalten.

Nachbehandlung

Konsequenter Muskelaufbau und -erhalt der Rücken- und Bauchmuskulatur dienen der Gesunderhaltung der Wirbelsäule. Nach einem Bandscheibenvorfall sollte daher Rückengymnastik oder eine rückenfreundliche Sportart, wie Radfahren, Walking oder Schwimmen in den Alltag eingebaut werden.

Ansprechpartner

Wirbelsäulenzentrum
Chefarzt Klaus-Eberhard Kirsch

Tel 0421.8778-253
Fax 0421.8778-103
Mail wirbelsaeulenzentrum@roland-klinik.de