Präzisionsarbeit bei Re- und Transplantation

Unsere Hände sind nur dann in vollem Umfang einsatzbereit, wenn sie einwandfrei funktionieren und alle Fingerglieder vorhanden sind. Einer besonderen Bedeutung kommt hier den Daumen zu, denn ohne sie können wir nicht oder nur kaum greifen. Werden bei einem Unfall Fingerglieder oder gar die ganze Hand abgetrennt, sorgt unser versiertes Ärzteteam – sofern dies technisch möglich und sinnvoll ist – mit einer Replantation dafür, dass Finger oder Hand ihre Funktion wieder erhalten. Meist benötigen wir für diesen Eingriff mehrere Schritte. Nerven, Gefäße, Knochen und Sehnen müssen sorgfältig miteinander verbunden werden, dann unter Einsatz eines Operationsmikroskopes.

Neben Replantationen gehören auch Transplantationen neurovaskulärer Lappen (Gewebelappen zur Deckung von Weichteildefekten mit Nerven- und Gefäßanschluss, z.B. bei der Rekonstruktion von Fingerkuppen) zu unserem medizinischen Repertoire.


Fehlbildungen sanft korrigieren


In seltenen Fällen kann es während der Entwicklung des Embryos im Mutterleib zu ererbten oder erworbenen Fehlbildungen an der Hand kommen. Verwachsene, überzählige oder fehlende Finger – drei von tausend Babys kommen mit solchen oder ähnlichen Fehlbildungen zur Welt. Wir verhelfen unseren kleinen Patienten mit einer sogenannten Korrekturoperation zu einem besseren Start ins Leben. In einigen Fällen können entsprechende Fehlbildungen bei entsprechender Indikation auch noch bei Erwachsenen korrigiert werden. In welchem Umfang, anhand welcher Maßnahmen und mit welchen zu erwartenden Folgen, klären wir gern gemeinsam mit Ihnen in unserer Sprechstunde.


Hand Trauma Center


Das Zentrum für Hand- und Rekonstruktive Chirurgie ist zertifiziert als „Hand Trauma Center“ – das einzige in Bremen. Der europäische Dachverband aller handchirurgischen Gesellschaften F.E.S.S.H. („Federation of the European Societies for surgery of the Hand”) prüft handchirurgische Kliniken nach festgelegten Kriterien. Insgesamt gibt es in Deutschland 35 „Hand Trauma Centren“ (Stand: Juni 2016). Zu den Vorgaben gehören unter anderem ein 24 Stunden-Not- und Bereitschaftsdienst sowie speziell ausgebildetes ärztliches Personal. 

Das Team um Chefarzt Dr. Hans-Joachim Bauer wurde bereits 2009 zertifiziert und 2013 von der F.E.S.S.H. erneut für vier Jahre bestätigt.