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Do, 01.12.2022

»Wir sind hoch spezialisiert in der Regionalanästhesie«

Als Fachklinik für Orthopädie und Handchirurgie konzentriert sich die Roland-Klinik auf ein umgrenztes Spezialgebiet. Für die Anästhesiologie bedeutet dies eine Fokussierung auf individuelle Teilnarkosen.

Gesundheit Bremen: Frau Dr. Proske, vor einer Operation steht immer das Gespräch der Anästhesie mit den Patient:innen, wieso?
Dr. Claudia Proske: Im Vorgespräch befragen wir die Patient:innen nach ihrem Gesundheitszustand und Befinden insgesamt und besprechen gemeinsam die individuelle Risiko-Nutzen-Einschätzung für den geplanten Eingriff. Zum Beispiel wird dabei gemeinsam mit dem zuständigen Geriater das Risiko eines Delirs ermittelt, einem Zustand vorübergehender Verwirrtheit, und gegebenenfalls werden gezielt Maßnahmen ergriffen. Unter anderem können dann auch beim ›Rooming In‹ Angehörige mit im Zimmer übernachten. Während der Operation wird die Narkosetiefe durch Kontrolle der elektrischen Aktivität des Gehirns optimal angepasst. Zudem verhindern wir eine mögliche Blutarmut gegebenenfalls durch die Aufarbeitung und Rückgabe von eigenem, verlorenem Blut durch eine sogenannte maschinelle Autotransfusion. Gemeinsam mit unserer zertifizierten Schmerztherapie und unseren verschiedenen Narkosemethoden sorgen wir so für Schmerzfreiheit, den Erhalt der mentalen Leistungsfähigkeit und eine möglichst schnelle Mobilisation nach der Operation.

Was, wenn der Patient oder die Patientin ein zu großes individuelles Risiko trägt?
Dieser Fall kommt extrem selten vor. In der Orthopädie handelt es sich meist um geplante Eingriffe. Eine OP, bei der nachfolgend ein Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig werden könnte, befürworten wir in der Regel nur bei sehr starkem Leidensdruck. Jedoch ist eine hohe Expertise mit komplexen Orthopädieeingriffen, wie in der Roland-Klinik, ein wichtiger Faktor zur Vermeidung von bedrohlichen Komplikationen, das belegen zahlreiche Studienergebnisse.

Bietet die Roland-Klinik das gesamte Spektrum der Anästhesie?
Ja, sicher, wir bieten das gesamte Spektrum der Allgemeinanästhesie inklusive der Beatmung nur eines Lungenflügels, der Ein-Lungen-Ventilation, für bestimmte wirbelsäulenchirurgische Eingriffe. Dazu die etablierten Maßnahmen zum Einsparen von Fremdblut, Kreislauf-Monitoring sowie gegebenenfalls maschinelle Unterstützung der Atmung und natürlich sämtliche Regionalanästhesieverfahren, eine Besonderheit unserer Klinik.

Warum ist dies eine Besonderheit?
Durch die orthopädischen und handchirurgischen Fachgebiete des Hauses sind wir hoch spezialisiert in der Regionalanästhesie. Patient:innen der Roland-Klinik erhalten zwar für viele der Eingriffe eine Vollnarkose – kurz und leicht, um es angenehmer zu machen und den OP-Vorgang auszublenden –, aber zusätzlich dazu eine regional begrenzte Betäubung gezielt für den zu operierenden Körperteil. Durch die konstant hohe Anzahl dieser Teilnarkosen verfügen wir über eine Expertise, die wir regelmäßig weitergeben. Seit Jahren unterstützen wir als Kooperationspartner die Klinik Links der Weser und übernehmen in der Roland-Klinik eine achtmonatige Ausbildung in der Regionalanästhesie für Assistenzärzte und -ärztinnen.

Interview aus dem aktuellen Magazin Gesundheit Bremen der Freien Klinken Bremen.


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