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Do, 25.02.2016

Oberarzt Dr. Johannes Albers zum Patenmodell für geflüchtete Ärzte

Einen Job als Arzt zu finden, ohne eine Berufserlaubnis zu haben, grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit. Vor dieser Herausforderung stehen aber insbesondere geflüchtete Ärztinnen und Ärzte. Um ihren Beruf ausüben zu dürfen, benötigen Mediziner eine staatliche Zulassung (Approbation) oder eine Berufserlaubnis. Im Bundesland Bremen ist es zudem so, dass eine Zusage für eine Stelle in einem Krankenhaus Voraussetzung für eine Berufserlaubnis ist. Das Problem: Wie sollen zum Beispiel geflüchtete Ärzte ihr Können im Krankenhausbetrieb unter Beweis stellen, wenn sie keine medizinische Tätigkeit ausüben dürfen?

Gegen ein Praktikum oder einer Hospitation ist theoretisch nichts einzuwenden – aus medizinischer Sicht. Aus Sicht des neuen Mindestlohngesetzes jedoch schon. Nicht approbierte Ärzte können in Deutschland einer entlohnten Arbeit nachgehen, nur nicht einer Tätigkeit als Arzt. Und haben in diesem Berufszweig auch keinen Anspruch auf Entlohnung. Ein Praktikum fällt unter das Mindestlohngesetz und muss entlohnt werden. Ohne Approbation ist dies aber nicht möglich. Folglich war bisher auch eine Hospitation nicht möglich.

Die Ärztekammer Bremen hat sich bemüht, einen Weg zu finden, wie ein Berufseinstieg ausländischen Ärzten dennoch ermöglicht werden kann. Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, hat erste Steine aus dem Weg genommen, besonders in Hinblick auf die Hürde Mindestlohngesetz: Solange ausländische Ärzte nur begleiten und beobachten, gelten Hospitanten als Gast und nicht als Praktikant vor dem Mindestlohngesetz. Für Dr. Johannes Albers, Oberarzt im Zentrum für Hand- und Rekonstruktive Chirurgie der Roland-Klinik, ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung und eine gute Möglichkeit, einen Stück näher an die Approbation zu gelangen. Albers selbst ist Pate für einen syrischen Arzt.

Ein Artikel im Blog von BeyondHealth befasst sich mit dieser Thematik und erklärt die komplizierte Lage. Dr. Johannes Albers stand der Autorin Rede und Antwort. Zum Artikel Patenmodell: Geflüchtete Ärzte sollen in Bremen hospitieren.


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